Philosophie - Katharina Veciana
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Philosophie

Mein Weg als Sängerin war alles andere als leicht und direkt. Ich hatte viele Stationen bei vielen verschiedenen Lehrern, bei denen ich viel richtig gelernt aber auch viel Mist mitbekommen habe. Die Stimme und auch die genau Funktionalität ist bei jedem Menschen so individuell wie sein Fingerabdruck.

Der Kern meiner Philosophie, das Wichtigste, was ich für mich gelernt habe und was ich auch meinen Schülern mitgebe, ist, dass eine Technik immer dem Menschen, seiner Stimme und seinem musikalischen Ausdruckswillen dienen sollte. Wenn etwas im Unterricht nicht klappt, das Organ zu bestimmten Dingen noch nicht in der Lage ist, so ist das nicht fehlende Musikalität oder Begabung, sondern die organischen Abläufe sind einfach noch nicht selbstverständlich genug. Egal auf welchem Stand der Schüler steht, am Ende der Trainingseinheit wird musiziert und die Technik nur noch bedient. Das Organ lernt quasi ganz eigenverantwortlich zu arbeiten, so dass am Schluss der Sänger einfach nur noch als Künstler da stehen darf, mit seinem eigenen musikalischen Ausdruck.

Für mich war das eine enorme Befreiung. Wenn man als Sänger eine bestimmte Klangvorstellung hat und diese einfach nicht herstellen kann, dachte ich immer es liegt an meiner künstlerischen Gestaltung oder meiner fehlenden sängerischen Begabung. Zu wissen, dass das ‘simple’ Muskelkoordination ist, die mir in dem Moment (leider) noch nicht diente, wie ich das gebraucht hätte, nahm mir eine riesige Last und gab mir gleichzeitig ganz eindeutige Hinweise, wo ich weiter zu üben hatte.

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